Es grüßt der rote Hahn



                    Bootssteg am Dagowsee                                                                           Foto: W. Seiler

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 Schön,daß Sie an diesem virtuellen Spaziergang rund um den Dagowsee teilnehmen wollen. Es würde mich sehr freuen, wenn ich Sie damit zu einer Reise in diese herrliche Gegend bewegen könnte

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Unsere kleine Wanderung beginnen wir wieder am Stechlin-Center. Am Parkplatz entlang erreichen wir nach wenigen Metern den Dagowsee, den wir nun umrunden wollen. Ein hübscher schmaler Fußpfad führt uns am See entlang bis in den Ortsteil Dagow. Auf diesem Weg kommen wir an dem kleinen Badestrand vorbei. Von hier aus hat man eine schöne Sicht auf die "Bruderinsel" . Nur wenige Schritte weiter erreichen wir den malerischen Bootssteg am Dagowsee. Nach kurzer Rast an diesem schönen Plätzchen sehen wir auch schon die ersten Häuser von Dagow.
 

                   Bootssteg Dagowsee              Foto: W. Seiler      


Der Orsteil Dagow ist die Urzelle des heutigen Neuglobsow. Verschiedene Funde sprechen dafür, daß der Ort schon im 11. und frühen 12. Jahrhundert eine slawische Siedlung war.  Wie die meisten kleinen Orte Brandenburgs wurde auch Dagow im 15. Jahrhundert verlassen und dadurch zur Wüstung. Erst zur Zeit Friedrichs d. Gr. im Zuge der inneren Kolonisation Preussens wurde Dagow wieder besie- delt. 1816 gelangte Dagow an den Hütten- und Gutsbesitzer in Neu- globsow, seither sind beide Siedlungen ein Ort


              Dagow                                   Foto. W. Seiler      
 
               
Dagow konnte nach 1900 mit dem rasanten Aufschwung Neuglobsows nicht mithalten. Erst in der 20er Jahren
wurden hier mehrere Einfamilienhäuser gebaut, die Fremdenzimmer anboten. In dieser Zeit entstand eine Gast-
stätte und eine Bäckerei und Dagow konnte vom aufstrebenden Tourismus am Stechlinsee profitieren.
Erst nach
1950 expandierte auch Dagow und es wurden betriebliche Ferienunterkünfte für verschiedene DDR-Betriebe gebaut.
Hinter der Gaststätte Haus am Dagowsee  entstand eine ausgedehnte Ferien-siedlung.




                    Früher Morgen am Dagowsee                                                                    Foto: W. Seiler


Bevor wir die Umrundung des Dagowsees fortsetzen, machen wir einen Abstecher zum kleinen Friedhof von
Dagow. Vom Bootssteg aus gehen wir in Richtung Dagowseestraße, halten uns auf dieser rechts und biegen
links in den kleinen Weg Am Graben, nach nur wenigen Metern erreichen wir den Friedhof.
"Dieser Friedhof zählt zu den anschaulichsten Zeugnissen aus der wirtschaftlichen Blütezeit der Glashütte, den be-
reits Theodor Fontane gewürdigt hat. ..Die höchst unterschiedlich und ästhetisch meist anspruchsvoll gestalte-
ten Grabstätten, insbesondere die Gruftanlage Metas Ruh, die Grabanlage der Familie Greiner und die Eisenkreuze
sind historisch und künstlerisch wertvolle Zeugnisse der Friedhofskultur des 19. und 20. Jahrhunderts in Branden-
burg." ("Historischer Überblick"Ökosolar e.V 2008)



Friedhof Dagow



                                                                                Foto: W. Seiler

                      Der Leiter des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land, Mario Schrumpf, der Gemeindevertreter
                      Wolfram Scheffler und der Dagower Fotograf Jürgen Graetz haben gemeinsem diese Info-
                      Tafel am Friedhofseingang aufgestellt. 

Jetzt wollen wir aber unsere Dagowsee Umrundung fortsetzen. Dazu durchqueren wir auf der Dagowseestraße den kleinen Ort. Kommen vorbei am "Künstleratelier Graetz", gegenüber bieten Renate und Klaus Fechner Geführte Wanderungen an. Ebenso, wie bei vielen anderen Familien in Dagow, kann man auch hier Ferienwohnungen mieten. Unser Blick fällt auf das ehemalige "Haus am Dagowsee" das vor 2 Jahren endgültig die Pforten geschlossen hat und nach der Zwangs-versteigerung aufwendig umgebaut wurde. Wer Lust hat, kann von hier aus einen Abstecher über den Bungalowweg in das Tradenluch machen (davon mehr an anderer Stelle).


                Dagow                                Foto: W. Seiler

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Ortsausgang. Dort sieht man den ehemaligen Dagower Lebensmittelladen, der leider auch seit 2 Jahren geschlossen ist. Ich hoffe sehr, daß sich dies bald wieder ändern wird. Ein paar Schritte weiter, an der Informationstafel, biegen wir dann ab auf den Naturlehrpfad Dagowsee.  Auf dem Weg berichten zwölf Infotafeln über Wissenswertes wie Röhricht und seine Bewohner, Totholz, Lebensraum Erlenbruch oder einen Vogelwecker. Rastplätze mit Bänken laden zum Ausruhen und Beobachten ein. 


                                                            Foto: W. Seiler

Naturlehrpfad Dagowsee

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                                                              Der Dagowsee

Der Dagowsee ist 24ha groß und 8,5m tief. Seine Wassergüte hat in den letzten Jahrzehnten eine wechselvolle Entwicklung genommen. Ursprünglich ein nährstoffarmer See wurde er im Laufe der Zeit immer mehr durch Abwässer mit Nährstoffen angereichert.  Entenmast und intensive Karpfenzucht in den 70er Jahren führten zu einer derartigen Verschlechterung der Wasserqualität, daß Wasserpflanzen verschwanden, ein Fischsterben einsetzte und der See buchstäblich anfing zu stinken. Sehr Aufwändige Maßnahmen, sowie die Einstellung der Enten-und Karpfenhaltung konnten diesen Trend stoppen. Heute hat der Dagowsee wieder eine Qualität die die fast seinen natürlichen Voraussetzungen entspricht.

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Wir begeben uns nun auf Dagowsee-Rundpfad. Nach etwa einem halben Kilometer  unsres Weges kommen wir
sehr nah an das Ufer des Sees heran. Wir sehen  auf dem See einen geschlossenen Gürtel aus weißen Seerosen,
dem ein breiter Saum aus Schilf folgt. Eine Erle im See kennzeichnet die Bruderinsel. Hierüber werde ich auf der
Seite Geschichte und Geschichten berichten. Auf dem See kann man mit ein bißchen Glück den Haubentaucher
und die seltene Schellente beobachten.



 
                                Die Bruderinsel im Dagowsee                                              Foto: W. Seiler


Unser  Wanderweg führt uns weiter bis zu einem Abzweig. Über den rechten Pfad kommt man, am zurzeit geschlos-
senen Campingplatz vorbei, direkt nach Neuglobsow. Wir entscheiden uns geradeaus  weiterzugehen. Das Ziel ist der Fischer am Stechlinsee. Wenige Meter vor dem Abzweig auf den Fischerweg kommen wir an der Stelle vorbei, an der
man noch vor kurzer Zeit die  Zärtliche Buche  bewundern konnte. Ein Baum-Denkmal, das vom Zahn der Zeit so weit angenagt wurde, daß daß man es kaum noch mit dem, von Lola Landau beschriebenen Phänomen in Verbindung brin-
gen kann.

Die Zärtliche Buche



Jetzt noch ein paar Schritte, dann rechts abbiegen Richtung Stechlinsee. Und schon steigt ein Duft in unsere Nase
der eindeutig auf einen Räucherofen hinweist. Wir sind beim Fischer angekommen. Mein Tipp: probieren Sie einmal
die geräucherten Maränen aus dem Stechlinsee!!





Guten Appetit